Heidrun Berressem

Eine kleine Auswahl meiner Bilder

Alter Gesell Der Wissende Erschrecken Kleiner Gnom Küssen Netz des Lebens Sprachlos Der König im Revier

Elmer Kulturwoche 2019

Während der Elmer Kulturwoche 2019 stellen viele Künstler überall im Dorf verteilt ihre Werke aus. Ich stelle mein Projekt "Denkstein" vor: In der Restaurationswerkstatt von Renate Thaler.

Das Programm zur Elmer Kulturwoche:

Programm 1
Programm 2

Das Kunstprojekt "Denkstein"

Das Wissen der Zeit und ihrer wiederkehrenden unbelebten und belebten Abläufe

Im Großen wie im Kleinen verborgen und doch sichtbar: Alles dreht sich, verändert sich, kommt zurück, beginnt von vorn in einem Fort ohne Unterlass. Bewegung – ein Auf, ein Ab – nie bleibt es stehen. Der Anfang? Das Ende? Es gebiert sich aus sich heraus, verschenkt Liebe, kehrt zurück ins Dunkel und tritt wieder hervor ans Licht: mal klar, mal undeutlich, immerfort wabernd durch Zeit und Raum. Es formt sich ohne Unterlass neu. Nicht so, wie wir es gerne hätten und wie wir es gern kneten, mengen, mischen möchten. Es ist für uns unberechenbar und in seiner Gesamtheit kaum durchschaubar, denn es wandelt sich im Werden und Vergehen: Altes erscheint neu, Neues alt. Es vergeht und wird wiedergeboren wie der Phönix aus der Asche.

Der Denkstein steht an der Tropfsteinhöhle (Teufelshöhle) in Steinau an der Straße in Hessen, Main-Kinzig-Kreis, Parkplatz direkt an der L3179 und hangaufwärts 2000 Schritte in das FFH- und Naturschutzgebiet „Teufelsloch und Almosenwiese“).

Denkstein

Mein Buch Zauberwelten um uns

Vorwort (von Klaus-Dietrich Keßler)

Ich habe Heidrun Berressem im Jahr 1998 kennen gelernt. Sie war damals Umweltbeauftragte der Gemeinde Brachttal, sehr engagiert, keine Schreibtischtäterin, sondern überwiegend draußen in der Natur unterwegs und mit unglaublich umfassenden Detailkenntnissen über besondere Pflanzenfamilien, Quellen und Tierpopulationen in der Brachttaler Gemarkung. Eine ideale Fachfrau.

Irgendwann wusste ich von ihr, dass sie in Frankfurt/Main an der Johann-Wolfgang-Goethe Universität Biologie und Geographie studiert hatte. Eigentlich wollte sie ins Lehrfach, aber damals gab es nach ihrem Studium keine freien Stellen.

Ich lernte in ihr eine leidenschaftliche Umweltschützerin kennen, die sich im Kampf gegen den „Wasser-Raubbau“ engagierte.

Irgendwann erfuhr ich von ihren Kohlezeichnungen. Sie brachte mir und meiner Frau einen ganzen Stoß davon vorbei. Wir waren hingerissen und begeistert. Vor uns breitete sich ein Etwas aus, ein Oeuvre, ein Gesamtkunstwerk von phantastischen Kohlezeichnungen und spannenden Begleittexten. Noch niemals hatten wir etwas Ähnliches gesehen.

Es entstand der Plan einer ersten Ausstellung ihrer Zeichnungen in unserem Privatmuseum. Ostermontag 2007 war Ausstellungseröffnung, das Publikumsinteresse war groß und das Presseecho beachtlich. Titel der Ausstellung war „Zauberwelten um uns“ und das ist auch der Titel dieses kleinen Buches. Seitdem hat es weitere Ausstellungen an verschiedenen Orten gegeben, und irgendwann haben wir gemeinsam über ein Buchprojekt nachgedacht, ein Buch, das S i e nun in Händen halten.

„Mit meinen Arbeiten befinde ich mich im Mythos Natur“. Dieses Zitat von Heidrun Berressem beschreibt, was hinter ihren Zeichnungen und Texten steht. Die Natur ist unsere Große Mutter. Alles Leben geht von ihr aus. Und sie spricht zu uns, ständig, in zahllosen Erscheinungen und unzähligen Facetten. Wir „Normal-Menschen“ haben leider für diese Botschaften kein Sensorium mehr. Unsere technisch-wissenschaftliche Entwicklung über die Jahrtausende hinweg hat gerade uns Mitteleuropäer zu einseitigen Rationalisten gemacht. Unsere Vorfahren haben das „Göttliche“ als Naturerfahrung erlebt. Alte Bäume, Felsformationen, der Flug der Vögel und das Rinnen von Quellen haben zu ihnen gesprochen. Würden wir heutige Menschen noch die Sprache der Natur verstehen, ihre Gebärden, ihre Symbole, es gäbe keine Umweltzerstörung, kein Artensterben und keine verseuchten Meere.

Es ist eine Zwiesprache mit der Natur, die aus Heidrun Berressems Zeichnungen und Texten spricht. Ein liebevolles Eingehen auf ihre Erscheinungen, ein Zuhören auf die Geschichten, die sie erzählt. Man könnte die Texte auch als minimalistische Märchenschöpfungen bezeichnen. Sie laden uns dazu ein, sich auf sie einzulassen und über sie nachzudenken. Schon die Titel der Bilder klingen geheimnisvoll und machen neugierig: Das Möbius-Band, Schönsein, Im Spiegel der Unendlichkeit, Erfüller der Zeit, Der, der durch das Feuer geht..........

Vor Ihnen liegt eine geheimnisvolle Welt, die zu Entdeckungsreisen einlädt und das Herz erwärmt. Und, sie macht süchtig......... Wenigstens ergeht es mir so.

Brachttal, im Februar 2011
Klaus-Dietrich Keßler